Regulierungsmaßnahmen

Siegeszug der Datennetze

Vor- und Nachteile von
Voice over IP

Die Technik - Funktionsweise
von Voice over IP

Technische Standards

Voice over IP ist keine kurzzeitig in Mode gekommene Technik, sondern ein revolutionärer Ansatz, um bisher getrennte Netzwerke zusammenzuführen und unterschiedliche Dienste zu integrieren, für die zuvor eigene Netze unterhalten werden mussten. Audio- bzw. Sprachdienste, sowie Video und Daten werden so nahtlos integriert und können in Form neuer Anwendungen genutzt werden. Auch eine Renaissance der Videotelefonie ist aufgrund der heutzutage günstigen und schnellen Internetanbindungen in greifbare Nähe gerückt.

In der Vergangenheit gab es leitungsgebundene Telefonnetze, die seit ca. 15 Jahren mit Hilfe von Telefonmodems auch zur Datenübertragung genutzt wurden. In dieser Zeit hatten Mailboxsysteme und BTX Ihre Blütezeit und wurden per Telefonnetz mit den Haushalten verbunden.

Verbesserte Netzwerktechnologien, in erster Linie DSL-Verfahren, ermöglichen seit einigen Jahren die parallele und vollkommen unabhängige Nutzung der Telefonleitung für Gespräche und für Internetanwendungen. Die Parallelübertragung wird durch die Nutzung unterschiedlicher Frequenzbänder einer Leitung ermöglicht, so dass sich Telefonie und Daten nicht in die Quere kommen. Inzwischen können leistungshungrigere Videodienste von den Internetprovidern angeboten werden, die weit über die Telefonie hinausgehen.

Diese Entwicklung zeigt, welches Potenzial in den sich rasant entwickelnden Datennetzen steckt: In der Vergangenheit sind Datenanwendungen als Zusatz im Telefonnetz genutzt worden, der Internetzugang wurde beispielsweise mit einem Telefonmodem hergestellt. Inzwischen wurde die Datennetzwerktechnik weiterentwickelt, die Datenraten der weit verbreiteten DSL-Netze steigen stetig.

Für Teilnehmeranschlüsse, die bislang - bis auf Nischenanbieter mit eigenen Stadtnetzen - ausschließlich in Zusammenhang mit einem Analog- bzw. ISDN-Anschluss zur Verfügung gestellt werden, zeichnet sich eine vollständige Kehrtwende ab: Inzwischen könnten die Netzanbieter einen "reinen" DSL-Anschluss anbieten, der keinen herkömmlichen ISDN- oder Analogtelefonanschluss mehr enthält: Der DSL-Anschluss überträgt die Datenpakete der Telefongespräche neben anderen Daten gleich mit.

Auf den ersten Blick scheint der Einsatz von so genannten paketbasierten Netzen in Zusammenhang mit dem Internet Protokoll (IP) für Sprachübertragung problematisch zu sein: Während analoge und digitale Telefonnetze die Sprache kontinuierlich übertragen und dabei extrem verzögerungsarm arbeiten, bringen paketbasierte IP-Netze einige Nachteile mit, die sowohl Verzögerungen der Sprachübertragung, als auch Aussetzer und Verzerrungen verursachen können.

Die Paketübertragung von Daten ist mit dem Transport von Paketpost vergleichbar: Ein Sender verpackt digitalisierte Sprachdaten in einzelne Pakete und schickt diese auf die Reise. Dabei können Pakete durch individuelle Transportwege unterschiedliche Laufzeiten zum Empfänger aufweisen oder auf dem Transportweg verloren gehen. Letztlich weiß der Sender nicht, ob und wann die versendeten Pakete beim Empfänger eintreffen, so dass der Transport unsicher ist.

Um eine hohe Sprachqualität zu gewährleisten, müssen zusätzliche Maßnahmen ergriffen werden, um den Transport zu optimieren: Alle Pakete sollten denselben Übertragungsweg nutzen und dürfen unterwegs nicht aufgehalten werden. Deshalb werden Priorisierungs- und Wegerouting-Maßnahmen ergriffen, um Sprachdaten gegenüber anderem Datenverkehr bevorzugt durch Datennetze zu transportieren. Alle Daten, die nicht in Echtzeit transportiert werden müssen, werden in den Netzwerkknoten verzögert, um priorisierte Gesprächsdaten passieren zu lassen.

Maßnahmen dieser Art werden als Quality of Service (QoS) oder als Dienstgüte bezeichnet. QoS-Maßnahmen tragen wesentlich dazu bei, eine hohe Sprachqualität zu erreichen. Sie zählen deshalb zu den Kernthemen von Voice over IP.